Autismusberatung

In meiner über 30jährigen Praxis in der Schulberatung sind mir immer wieder Schüler mit Asperger-Syndrom begegnet. Ich selbst erhielt die klinisch gesicherte Diagnose erst sehr spät in meinem Leben. 
Menschen mit Autismus haben oft ganz besondere Begabungen. Gerade sie werden aber auch oft übersehen oder gemobbt und schikaniert.
Bei mir war das oft schon während der eigenen Schulzeit so, wenn ich etwa als letzter in die Fußballmannschaft gewählt wurde.
Nachdem ich nun nicht mehr im aktiven Schuldienst bin, möchte ich hier gezielt beraten und helfen: Kostenlos für die Betroffenen.

Den Autismus-RAP...

... habe ich selber getextet, komponiert, gesungen und die Instrumente eingespielt.

YouTube

Inhalte von YouTube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Zustimmen & anzeigen”, um zuzustimmen, dass die erforderlichen Daten an YouTube weitergeleitet werden, und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutz. Du kannst deine Zustimmung jederzeit widerrufen. Gehe dazu einfach in deine eigenen Cookie-Einstellungen.

Zustimmen & anzeigen

Was bedeutet Autismus? Asperger sind keine Nerds mit Spezialinteressen, die keine Gefühle für andere Menschen entwickeln. Ihr Gehirn ist nur ein bisschen anders verdrahtet. Wir haben eine Reizfilterschwäche in unterschiedlichen Ausprägungen. Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken und Körperempfindungen strömen unablässig auf uns ein. 

Die Welt, in der wir leben, ist nicht für Autisten gemacht. Wir leben in einer Kultur, in der die Minderheit sich anpassen muss.
Wir Asperger-Autisten müssen im Laufe unseres Lebens mühsam lernen, korrekt auf soziale Erwartungen zu reagieren. Viele Dinge laufen bei den anderen, neurotypischen Menschen vom Kindesalter an unbewusst ab: Sarkasmus erkennen, Blickkontakt halten, höfliche Floskeln austauschen. Autisten müssen dafür sehr viel Willenskraft und Energie aufbringen. Das fühlt sich für uns an wie in eine andere Rolle zu schlüpfen und ist unglaublich kräftezehrend. 

Dabei sind wir „Aspies“ meist besonders willensstark und arbeiten akribisch, sorgfältig und genau. Wenn wir etwas erreichen möchten, schaffen wir das meistens. Bei mir waren das unter anderem vier Studienabschlüsse und das autodidaktische Aneignen vieler Musikinstrumente. (Gitarre, Drums, Handpan, Synthesizer, Saxophon...)

Aber wir sind auch geräuschempfindlich und vertragen die Gesellschaft vieler Menschen nur eine begrenzte Zeit. Wir Autisten nehmen alles gleichzeitig wahr. Unser Gehirn gibt allen Reizen die gleiche Priorität. Es gibt keine Filter, durch die wir uns automatisch auf das Wesentliche konzentrieren können. Das bedeutet: Wenn wir uns mit jemandem in einem Raum unterhalten, nehmen wir das helle und surrende Deckenlicht, die tickende Uhr und die im Hintergrund laufende Musik auf gleicher Ebene wahr wie etwa ein Gespräch. Das ist das Anstrengende. Eine halbe Stunde VR-Brille kann bei mir beispielsweise einen totalen Lockdown hervorrufen.

Viele Menschen mit Asperger-Autismus haben besondere Fähigkeiten. Wir haben oft einen Blick für Fehler, sind sehr selbstkritisch und gründlich – bis zur Perfektion. Wir können Meister darin sein, Muster zu erkennen. Bei manchen ist es zum Beispiel so, dass sie Rechtschreibfehler sofort erkennen. Die ploppen in unserer Wahrnehmung sofort fett und rot im Text auf: Gut für den Beruf als Lehrer! Viele Asperger haben auch einen sehr ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, der helfen kann, aber natürlich auch stark belastet. Denn unsere Welt ist in den meisten Fällen ungerecht.
Ist Asperger eine milde Form des Autismus? Nein! Gerade dann, wenn wir Betroffenen aufgrund überdurchschnittlichen Intelligenz mit Masking und erheblichen Anstrengungen ein ganz normales Berufsleben bewältigen, stimmt das auf keinen Fall! Entweder man hat Asperger, oder man hat es nicht. Das Gehirn funktioniert bei uns von Geburt an anders!
Ich selbst erhielt die gesicherte Diagnose Asperger-Syndrom erst im Februar 2023. Da stand ich kurz dem Ruhestand als Lehrkraft. Also nützte mir die Einstufung GdB 50 dann so gut wie nichts mehr.
Der Lehrerberuf war für mich gerade als Berufsanfänger eine gewaltige Herausforderung, aber ich lernte stets dazu. Und mit den Schülern kam ich immer gut zurecht, besonders mit denen, die anders waren als die anderen.
Aufgrund meiner zusätzlichen Qualifikationen (Beratungslehrkraft, Magister Pädagogik/Psychologie) biete ich Beratungen und Vorträge an für Schulen, Eltern, Kindergärten. Wie kann ich die Stärken meines Kindes mit Autismus aktivieren und ihm im Alltag helfen? Hier lesen Sie, wie es mir erging und wie ich als Autist im Leben zurechtkam. Schreiben Sie mich gerne an: [email protected]!